Die Stadtgeschichte
2008-12-01, 09:16:07, Hinzugefügt von: Iga Olech
Die Stadt liegt an der Wütenden Neisse (Nysa Szalona), im mittleren Teil Niederschlesiens, auf der Jauerer Ebene (Równina Jaworska), die ein Teil der Haynauer Hochebene (Wysoczyzna Chojnowska) ist. Dieses Gebiet hat einen typisch landwirtschaftlichen Charakter.
Der Name der Stadt in der heutigen polnischen (Jawor - Ahornbaum) und gleichzeitig der alten deutschen Schreibweise (Jauer) ist slawischen Ursprungs. In Polen kommt der Ahornbaum u. a. in Sudeten vor.
Die Ansiedlung auf diesem Gebiet begann schon ca. 5.000 Jahre vor Christus. Von der Tatsache, dass die Slaven schon im Mittelalter hier
lebten, zeugt der Name des heutigen Stadtteils Alt Jauer.
Den ersten Vermerk über Jauer gibt es im Dokument des Herzogs Boleslaw des Kahlen mit Beinamen Rogatka aus dem Jahre 1242 r. Als ein Zeuge wurde dort Walenty, der Pfarrer aus Jauer, erwähnt.
Die Ortung der Stadt fand in der 2 Hälfte des 13. Jahrhunderts statt. Die damals bestimmte urbanistische Gestalt der Stadt überdauerte bis zum heutigen Tage.
Eine Urkunde aus dem Jahre 1300, mit dem Stadtsiegel signiert, erwähnt den ersten Bürgermeister Walter, den Lederfärber.
Als eine der größten Städte in diesem Teil Schlesiens, wurde Jauer
um 1274 zur Hauptstadt des Herzogtums, dessen Gründer der Herzog Heinrich V. (~1245/1250 - 1296) war. Die Regierungszeiten der Piasten und dann der tschechischen Starosten, waren Zeiten der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt, u. a. dank der erworbenen wirtschaftlichen Privilegien.
Jauer war von einer Stadtmauer mit vier Eingangstoren umgeben. In den Jahren 1510-1538 wurde der zweite Fortifikationsring gebaut, der für die damaligen Zeiten sehr modern war, da er an Feuerwaffen angepasst wurde.
Noch im selben Jahrhundert errichtete man die Wasserleitung, die Wasser zum Brunnen am Markt
führte. 1542 entstand die neue Brücke über der Wütenden Neisse, auf dem Weg nach (Peterwitz) (Piotrowice).
Das 16. Jahrhundert ist die Zeit mehrerer religiösen Disputen, angefangen von Samuel Frenzel. Er hielt seit dem Jahre 1527 seine Predigten im Geist der Lehre Martin Luthers. Der neue Glaube fand schnell seine Anhänger unter den Stadtbürgern.
Das Ende der Stadtentwicklung Jauers brachte der Dreißigjährige Krieg (1618-1648). Seit 1626 wurde die Stadt mehrmals von kaiserlichen, sächsischen oder schwedischen Soldaten erobert, was immer mit Kontributionen oder Plünderungen verbunden war. Mit
dem Westfälischen Frieden von 1648 endete dieses Unglück.
Das Leben normalisierte sich langsam. Nach den vier Jahren der Bemühungen erhielten die Jauerer Protestanten die Zustimmung des Kaisers für den Bau der Friedenskirche, die in den Jahren 1654-1655 errichtet wurde. Aus der Initiative Ottona von Nostitz’ wurde das Schloss 1656-1665 wiederaufgebaut. Die Straßen wurden modernisiert. Es entwickelten sich die Gewerbezünfte. Im Jahre 1683 errichtete Johann Oeckel die erste Druckerei.
Dieses ruhige Leben der Stadt - der Hauptstadt des Herzogtums - unterbrachen die schlesischen Kriege,
vor allem zwischen Preußen und Österreich, die im Jahre 1742 mit dem Anschluss Schlesiens an Preußen endeten. Die Verwaltungsreformen, die getroffen wurden, degradierten die Stadt zur Kreisstadt.
Im 19. Jahrhundert erlebte Jauer seine Blütezeit als Kreisstadt. Zu ihrer Entwicklung trug 1856 die Errichtung der Eisenbahnlinie aus Königszelt (Jaworzyna ¦l±ska) nach Liegnitz, und dann nach Merzdorf (Marciszów) und Maltsch (Malczyce) bei. Es entstanden mehrere kleine Fabriken. Das Jauerer Exportprodukt waren Pferdekutschen, und im 20. Jahrhundert auch Kohlen- und Gasherde. Auf die Tische vieler Häuser kam die berühmte Jauerer Wurst und die Pfefferkuchen, die in den dortigen Bäckereien mindestens bis zu der Hälfte des 18. Jahrhunderts gebacken wurden. Die Wende in der Stadtgeschichte war das Jahr 1945. Nach den Potsdamer Beschlüssen befand sich Schlesien im Rahmen der polnischen Grenzen. Am 28. April kamen hier der Bevollmächtigte der polnischen Regierung Ryszard Czarnecki und seine 16 Mitarbeiter an. Ihre Aufgabe war, die Stadt von den Russen zu übernehmen und die polnische Verwaltung zu errichten. Zum ersten Bürgermeister wurde Józef Bartosiewicz ernannt.
Nach Jauer kamen vor allem die Bewohner des südlichen Teiles von Vorkriegspolen. Es fehlte aber nicht an Leuten aus anderen Regionen unseres Staates.
Den Wirtschaftsaufschwung erlebte die Stadt in den 70er Jahren. Die ehemalige Schlesische Seifenfabrik wurde ausgebaut und es wurden an ihrer Stelle die Jauerer Haushaltschemiewerke „Pollena” errichtet. In den Jahren 1973-1976 baute man die Schmiedewerke und die Fabrik der landwirtschaftlichen Maschinen. Es entstand die Siedlung „Piastowskie”. Man fing auch an neue Siedlungen wie „Metalowiec” und „Przyrzecze” zu errichten.
Stadtverwaltung Jawor - 2012 - www.jawor.pl